Ob es mit der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land zu tun hatte? 2006 genehmigten sich die Hosen zum ersten Mal in 24 Jahren ein ganzes Jahr „Bandpause“. Dass man sich nicht regelmäßig zum Musikmachen in Düsseldorf traf, hieß aber noch lange nicht, dass die einzelnen Bandmitglieder komplett abtauchten: Energiebündel Vom stand regelmäßig mit seinen Zweitbands Spittin´ Vicars und The Boys auf der Bühne, Hobbykoch Kuddel übte den Spagat zwischen Küchenherd und Proberaum, die Globetrotter Breiti und Andi reisten jeweils ein bisschen um die Erdkugel – und Campino feierte im Berliner Admiralspalast seine Premiere als Theaterschauspieler. Für den „Stern“ war es nicht weniger als „das Kulturereignis des Sommers“.

Der Sänger spielte Mackie Messer in der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht, inszeniert von Klaus Maria Brandauer. Wegen des großen Erfolgs beim Publikum ging das Stück, in dem bekannte Schauspieler wie Katrin Sass, Gottfried John oder Birgit Minichmayr mitwirkten, sogar in die Nachspielzeit. Die Süddeutsche Zeitung war bei den Proben dabei und schrieb anschließend: „Wer einen Radaubruder mit Starallüren oder den Rotzattitüden eines notorischen Punks erwartet hatte, kommt aus dem Staunen über diesen liebenswürdig-charmanten, sich stets bescheiden im Hintergrund haltenden und mit kindlicher Begeisterung ins Team fügenden ‚Punkrocker' nicht heraus. Campino ist schlicht zum Verlieben.“

Campino selbst sagte hinterher: „Wir hatten einen schwierigen Start, aber das Stück ist mit der Zeit immer besser geworden, von der Premiere an. Es wurde auch verlängert und wir haben es geschafft, den Admiralspalast 45-mal auszuverkaufen. Das ist bei über 70.000 verkauften Tickets ein riesiger Erfolg für ein Theaterstück.“ Und für alle, die sich bereits Sorgen gemacht hatten, er könnte jetzt eine andere Laufbahn einschlagen, hatte er zum Ende des Jahres noch ein paar beruhigende Worte parat: „Ich bin doch glücklich, als Tote Hose durchs Leben zu gehen und nicht als Schauspieler.

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